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Montag, 21. Februar 2011

If you could read my mind...

Derzeit beschäftigt mich ein Phänomen, welches mich schon mehrfach eingeholt hat.
Um das Problem genauer erläutern zu können, möchte ich die Situation etwas genauer erklären:

Ca. alle 3-4 Wochen suche ich samstags die Stadtbibliothek auf um meinem Bücherverschleiß kostengünstig ausleben zu können. Bei der Auswahl von Büchern, die ich für ca 4-12 (wenn ich Bücher für andere Familienmitglieder mitausleihe, die anscheinend erst 11 Wochen zu Hause "reifen" müssen, damit sie nach mehrmaliger Aufforderung in einem Tag gelesen werden können) mein Eigen nenne und mit ausleihe, unterscheide ich zwei Vorgehensweise:

Vorgehensweise A: Ich informiere mich im Internet über Google, Amazon.de bzw der Bücherei- eigenen Homepage (auf der man übrigens supertoll Bücher verlängern kann) über Bücher die in die nähere Auswahl kommen, notiere diese oder drucke meine Merkliste aus, ordne sie dann in einen Schnellhefter, den ich dann zur Bücherei schleppe und dort vor Ort Bücher raussuche und einpacke und die Liste abhake. Sollte eine wild durch die Gegend Irrende weibliche Person Samstag Vormittag in der Bücherei gesichtet werden....JAAA, das bin ich!!

Neben Vorgehensweise A gibt es auch die Vorgehensweise B:
Bücher der Regale oder Ausstellungswänden werden, nachdem das Bild des Buchdeckels als ansprechend empfunden wurde, in die Hand genommen, um gedreht, die Inhaltszusammenfassung kurz durchgelesen und dann spontan in den Korb gelegt.
Bei meiner letzten Tour durch die Bücherei geschah es, dass ich neben Vorgehensweise A auch Bücher mit in meinen Korb wanderten, die unter die Vorgehensweise B ihren Weg zu  mir fanden.

Eines dieser Bücher war: Damals, das Meer von Meg Rosoff. Die Inhaltszusammenfassung versprach folgendes:
"Ich bin hundert Jahre alt, ein unmögliches Alter, und meine Gedanken sind nicht in der Gegenwart verankert. So driften sie dahin und landen fast immer am gleichen Ufer. Heute, wie an den meisten anderen Tagen, ist es das Jahr 1962. Das Jahr, in dem ich die Liebe entdeckte. Ich bin wieder sechzehn." Wie ich Finn traf? Und die kleine, windschiefe Hütte direkt an Meer fand, angefüllt vom ewigen Rauschen der Wellen, mit dem prasselnden Kaminfeuer und der wärmenden Suppe? Das war, als ich auf mein drittes Internat kam, St. Oswald, mit seiner Kälte, seinem Drill und seinem erbärmlich schlechten Essen.  Und ich suchte nur eine Zuflucht ...

Da es sich um einen Jugendroman der Kategorie Liebe handelte, freute ich mich schon auf einen schnulzigen, realitätsnahen Liebesroman mit Happy- End. Nachdem ich das Buch zur Hand nahm, weil ich es lesen wollte, las ich in einer kurzen, von der Bücherei verfassten Zusammenfassung, dass es sich bei dem Ich- Erzähler nicht um eine Frau, sondern einen Mann handelte.  Nicht, dass ich etwas gegen Homosexualität bzw. Anhänger davon hätte, nur habe ich mich, naiv wie ich büchertechnisch bin, auf ein komplett anderes Buch eingestellt.

Dieses Problem zeigte sich vor rund einem halben Jahr auch schon mal. Es geschah Folgendes: Kekswesen wackelt in die Bücherei um sich neuen Lesestoff zu organisieren, nimmt ein Buch mit dem Titel "Nacktbadestrand" von Elfriede Vavrik aus dem Regal der Neuerscheinungen, liest die Zusammenfassung und packt das Buch ein.
Die Zusammenfassung versprach folgendes:

Mit 79 Jahren entdeckt die Autorin noch einmal die Liebe. Seit ihrer 2. Scheidung mit 40 Jahren kümmert sie sich nur noch um ihre Kinder und ihre kleine Buchhandlung. 39 Jahre später gibt sie den Laden auf und leidet zunehmend unter Schlafstörungen. Der Rat ihres Arztes: Suchen sie sich einen Mann ...
Für mich klang das Buch nach einem humorvollem- etwas verrückten um nicht zu sagen niedlichen Roman über ein verliebtes Rentnerpärchen im Stil von Romanen wie "Urlaub mit Papa" von Dora Heldt.

Leider wurde ich eine Woche später des Besseren belehrt: In einer Samstagabend-Late-Night- Show auf MDR saß eine Dame um die 80, erzählte von ihrem Roman, der auf ihren eigenen Erfahrungen basiert. Um nicht alle Einzelheiten widergeben zu müssen und dann als Ferkel dazustehen, hier ein Link um den Inhalt genauer darstellen zu können: http://www.youtube.com/watch?v=o0SXml52W_Y

Wer es über sich gebracht hat, den Link vollständig anzuschauen, wird merken, wovon ich rede.......

 Ja, ich gebe zu, ich war zutiefst schockiert und enttäuscht, warum sich eine sympathische, nette Dame auf ein literarisches Niveau von Charlotte Roche begibt und bin es auch heute noch.

Es gibt nur eine Tatsache, die mich noch mehr schockiert und enttäuscht: Meine Art Bücher auszuwählen...

Montag, 7. Februar 2011

Walking on sunshine...

Zum heutigen Vorgeschmack auf Frühling, mein Lieblingsfrühlingsgedicht.

Mir ist klar, dass es noch etwas bis zum Frühling dauert, aber nachdem ich das Gedicht noch in den hippen 90ern in der 4. Klasse auswendig lernen musste/durfte und es mein Dauerbeitrag zum Thema Frühling ist: 


Frühling

Frühling läßt sein blaues Band
Wieder flattern durch die Lüfte
Süße, wohlbekannte Düfte
Streifen ahnungsvoll das Land
Veilchen träumen schon,
Wollen balde kommen
Horch, von fern ein leiser Harfenton!
Frühling, ja du bist's!
Dich hab ich vernommen!

Eduard Mörike

Mittwoch, 2. Februar 2011

Working together to win...

Nach dem der Begriff "Teamwork" für mich in letzter Zeit eine positive Assoziation in mir auslöste. (Ja, das Welt 4- Problem bei New Super Mario Bros. hat sich Dank der Mithilfe eines sehr, sehr netten und noch geduldigeren Zeitgenossens gelöst), wurden heute alle meine bisherigen zum Thema "Teamwork" gehörigen, positiven ins Nichts verbannt. Was so aufregend klingen mag, wirkte auf mich eher aufregend im übertragenen Sinne.

Es spielte sich heute folgendermaßen ab:

Wie jeden Mittwoch wurde ich mit 6 anderen ("Mehr-oder-weniger"-)"Mit"-Arbeitern in den wöchentlichen Einsatz in die Betriebsküche geschickt. Während ich meiner Aufgabe nachgehen wollte, stellte ich fest, dass ein wichtiger Bestandteil meines Rezeptes nicht vorhanden war ( Das heißt, die Salzschütte war leer!), also suchte ich in anderen Bereichen nach noch gefüllten Schütten.
Allerdings waren diese auch mehr viertelleer wie halbvoll. Also ging ich ins Lager um dieses Problem zu beheben, sprich die Schütte aufzufüllen, was keinen überwindbaren Gang oder Ähnliches darstellen könnte, wie man vermuten sollte. Allerdings denken Andere anscheinend anders darüber.

Es kam wie es kommen musste und nach einiger Zeit wiederholte sich die ganze Geschichte und streute dabei noch aus:
Eigentlich wollte ich eine Aufgabe ganz normal erledigen, bei der es wiederum um den Einsatz von Salz ging, aber leider tauchte das gleiche Problem wieder auf. -Allerdings diesmal auch bei den Gewürzen. Und bei Gewürzen meine ich nicht nur ein oder zwei Schütten.
Nein, ich habe heute in der Zeit von 8.00- 11.00 Uhr 6 leere Schütten aufgefüllt, obwohl  außer mir noch 9 weitere Personen in der Küche befanden und meine Hauptaufgabe nicht beim Befüllen lag.

Die Sache an sich, wäre ja nicht das Problem, nur leider mache ich weder eine Ausbildung zum staatlich geprüften Schüttenauffüller noch gehöre ich zu den Menschen, Verständnis für soviel Augenverschließerei haben.

Nachdem ich meinem Ärger Luft gemacht habe, durfte ich mir auch noch Beschwerden anhören, warum ich darüber motze. Nur leider höre ich in letzter Zeit immer wieder Stimmen laut werden, dass doch Dinge, wenn sie leer sind, wieder befüllt werden sollen. Scheinbar aber sprechen diese Stimmen nur zu mir.

Lange Rede- kurzer Sinn: Ist es eine so schwerwiegende psychische bzw. physische Belastung, Dinge, die man geleert hat wieder zu füllen?