Dieser Montag behielt wieder den unangenehmsten Teil der Woche in sich: Die allwöchentliche, frühmorgendliche Fahrt zu meiner Ausbildungsstätte.
Wie jeden Montag, startete ich pünktlich um 8.00 Uhr (--> frühmorgendlich) meine Reise, ohne zu wissen, dass ich mich in einer Art "Und täglich grüßt das Murmeltier"- Parodie befinde.
Wie fast jeden Montag bevor ich losfahre, lade ich mein Gepäck( jede Woche der gleiche rote Korb mit Nahrungsmitteln und sonstigen Minidrogen[s. Beitrag "Sweet Sixteen"], jede Woche der gleiche rote Koffer und jede Woche der gleiche grüne Rucksack) um danach, wie jeden Montag festzustellen, dass mein eigentlich weißes Auto nun eher das Aussehen von einem in Stracciatella- Eis gemeißeltes Meisterstück eines Clios aufweist.
Dieser Feststellung folgt, -wie sollte es auch anders sein,- auch jede Woche ein 5- minütiges Gemeckere, warum sich die ortsansässigen Vögel ausgerechnet mein Auto aussuchen um ihrer Morgen-/ Mittag-/ Abend-/ Nachttoilette nachzugehen. Daraufhin zückt mein Vater (immerhin lockt er die Vögel mittels alter Äpfel, Semmelkrümel und Hühnerfutter an!) seine Gießkanne um die Mini- Häufchen zu entfernen, damit seine Tochter endlich Ruhe gibt und wieder für eine Woche verschwindet.
Nachdem ich dann endlich losgefahren bin (natürlich mit meiner typischen ebenfalls roten Autofahrerjacke [Ja, Rot ist meine Lieblingsfarbe]) und das Ortsende meines Heimatortes passiert habe, kommt mir auch jeden Montag an der gleichen Stelle ein Auto mit einem Kennzeichen, dass sich nur um genau eine Nummer (Keks-wesen 217) von meinem (Keks-wesen 216) unterscheidet entgegen.
Wie jeden Montag überhole ich auch immer ein Auto, das mir heute fast zum Verhängnis wurde: Ein dunkelblauer Opel Astra F (lt. Google Bildersuche)
Diesen dunkelblauen Astra überhole ich -meinem Clio namens Schore sei Dank- normalerweise ohne großen Stress oder Hektik.
Aufgrund der gestrigen Uhrumstellung war ich aber Wetter- und Helligkeittechnisch heute eine Stunde früher als sonst unterwegs, was für mich bedeutete, dass meine Sicht aufgrund von starkem Nebel stark eingeschränkt wurde. Dieser Nebel war zum Teil so stark, dass man, hätte man heute einen Film über Jenseitserfahrungen gedreht, einen Oscar aufgrund der special effects erhalten, sofern es diesen gibt.
(Zudem versetzte mich diese Uhrumstellung dermaßen unter Schock, als ich auf meiner Anzeige bemerkte, dass es 7:31 Uhr anzeigte und ich in Panik verfiel, dass ich eine Stunde zu früh in meinem Zweit- Wohnsitz ankomme, bis ich bemerkte, dass ich die Uhr noch nicht vorgestellt hatte.)
Diese starke Einschränkung wurde mir zum Verhängnis, als ich aus dem -nennen wir es- Jenseits plötzlich vor mir, hinter einem landwirtschaftlichen Fahrzeug mit Anhänger, schleichend, genau dieser dunkelblaue Astra auftauchte. Zuerst ging ich davon aus, dass das landwirtschaftliche Gefährt der Grund dafür ist, warum ich mit 60 km/h durch Berg und Tal schleichen muss, aber als es abbog, wusste ich, dass es einen anderen Grund bzw. Übeltäter geben musste.
Also wurde ich mehr oder minder gezwungen 35 km hinter einem Fahrzeug-und 35 km können verdammt lange sein-, dass sich Innernorts genau 50 km/ h und außerorts mit genau 60 km/h, wenn bis zu 80 km/h erlaubt waren und genau 80 km/h wenn es keine Geschwindigkeitsbegrenzung gab, davon schlich.
Bevorzugt hielt sich das Fahrzeug auch nicht in Fahrstreifenmitten, sondern irgendwo zwischen Mittelstreifen und Mitte des Fahrstreifens auf.
Ich denke, ich brauche dazufügen, dass genau an den Stellen, die eine Superaussicht und damit Gelegenheit zum Überholen boten, so starker Nebel war, dass man sich am Rücklicht des Vorderfahrers orientieren musste, so dass die Chance, diesen Schleicher abzuhängen, aussichtslos war.
Nach ca. 25 km wurde es mir dann zu bunt. Auf einem neuausgebauten Teil der Strecke, die so breit ist, dass drei Fahrzeuge gleichzeitig nebeneinander Platz haben und ich mehrmals das Problem hatte, dass ich mit meinem Sitz in seinem Kofferraum zu sitzen drohte-es ging bergab und hatte irgendwann keine Lust mehr ständig abzubremsen-, wurde es mir zu bunt- ich setzte meinen Blinker und zog an ihm vorbei.
Ja, ich gebe zu, genau dieses Stück war als Überholverbot markiert, aber ich sehe das Verhalten dieses Opelfahrers als umgekehrtes Stalking an, da er seltsamerweise seit einigen Wochen immer vor mir mit genau diesem Affenzahn an Geschwindigkeit und ich ihn jede Woche aufs Neue verfluche, bis ich endlich meinen Blinker setze, an ihm vorbeifahre und loszische.
Das Seltsame für mich aber war die Tatsache, dass ich ihn, nachdem ich an ihm vorbeigedüst war, im Rückspiegel beobachtet habe: Hinter ihm hatte nun ein dunkelgrüner Sprinter, der zuvor hinter mir gefahren ist (und das für Sprinterfahrer untypisch geduldig!) meinen Platz eingenommen. Diesem ging es ähnlich, aber er hatte nicht überholt. Eine Minute später, war er nicht mehr zu sehen und auch die Schlange, die sich hinter dem Astra gebildet hatte, war von der Bildfläche verschwunden.
Ich bin froh, dass ich ihn -wenn auch gegen Vorschriften verstoßend-überholt habe, vielleicht wäre ich dann auch Opfer dieses mysteriösen Astras geworden und wäre nun -zusammen mit Schore- weg von der Bildfläche und könnte diesem Astra keinen Blogeintrag mehr widmen.

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